Welche Grenzwerte werden jetzt wo und von wem überschritten? In den politischen Debatten um die Pestizid-Initiativen verliert man sich schnell in den Details. Dabei gilt es, die drei wichtigsten Argumente nicht aus den Augen zu verlieren. 

Die Trinkwasser-Initiative benennt einige der wichtigsten Probleme wie die Gefährdung des Trinkwassers durch chemisch-synthetische Pestizide und Antibiotika und die offenen Kreisläufe durch die enormen Kraftfutter-Importe. Sie fordert, dass die Subventionen an die Landwirtschaft nur für Bewirtschaftungsweisen ausgerichtet werden, welche die Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden und das Trinkwasser nicht verschmutzen

Auch Bio-Bäuerinnen und -Bauern sind besorgt über Pestizide im Trinkwasser, Biodiversitätsverluste und Klimawandel. Sie engagieren sich für und gegen die Trinkwasser-Initiative. Eine weitere Initiative – «Schweiz ohne synthetische Pestizide» – stösst auf viel Sympathie, vor allem auch in der Romandie. Nachdem die Politik ihre (Nicht-)Vorschläge zur Lösung der Probleme vorgelegt hat, wird die Delegiertenversammlung von Bio Suisse am 11. November 2020 die Parolen fassen. Der Vorstand schlägt ein Nein und ein Ja vor.

Die geplante Agrarpolitik 2022+ sollte eigentlich Antworten auf die wichtigen Fragen geben, welche durch verschiedene Initiativen aufgeworfen werden. Bio bietet gute Lösungen an und sollte eigentlich mehr gefördert werden. Nun ist die Agrarpolitik im Parlament vorerst auf die lange Bank geschoben worden. Welche Bedeutung haben nun die Initiativen?