Insektizide machen die Bienenvölker anfälliger auf die Varroa-Milbe und der Einsatz von Fungiziden schwächt Hummeln gegenüber Pilzkrankheiten. Eine weitgehende Reduktion von Pestiziden hilft, die Bienen und Hummeln zu schützen.

Die Landwirtschaft verdankt den Bienen viel…

Neben den Honigbienen gibt es in der Schweiz über 600 Arten wildlebende Bienen und Hummeln. Sie bestäuben Obstbäume und viele weitere Nutz- und Wildpflanzen. Dass wir Obst, Beeren und Gemüse auf dem Teller haben, verdanken wir erst einmal den Bienen und Hummeln. Allein die Schweizer Landwirtschaft stellt Produkte im Wert von über 350 Mio. Franken her, die ohne Bienen und Hummeln nicht wachsen würden.

…aber Pestizide schaden ihnen nachweislich

Spätestens seit Markus Imhoofs eindrücklichem Film “More than Honey” ist bekannt, dass Bienen besonders vom Einsatz von Pestiziden betroffen sind . In der Schweiz sind über 200 Pestizide für Landwirtschaft und Hobbygärtner bewilligt, welche bei falscher Anwendung direkt die Bienen gefährden können.

Einige Pestizide können Bienen und Hummeln direkt oder in Kombination mit anderen Pestiziden schädigen. Sie können unter anderem negative Auswirkungen auf das Orientierungs- oder Fortpflanzungsvermögen sowie auf die Krankheitsresistenz der Bienenvölker haben; so machen Insektizide nachweislich die Bienenvölker anfälliger auf die Varroa-Milbe und der Einsatz von Fungiziden schwächt Hummeln gegenüber Pilzkrankheiten. 

Bio: weniger Pestizide, mehr Lebensraum

Bio-Betriebe setzen bedeutend weniger Pestizide ein als die übrigen Betriebe. Zudem sorgen sie mit verschiedenen Massnahmen für gute Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten. 

Auf Herbizide verzichten Bio-Betriebe seit Jahren vollständig. Die mechanische Unkrautregulierung im als Alternative wird inzwischen als Methode der Wahl auch für die übrige Landwirtschaft betrachtet. 

Die im Biolandbau zugelassenen Fungizide und Insektizide sind überwiegend Mittel aus lebenden Organismen (z.B. Schlupfwespen gegen den Maiszünsler) oder Mittel natürlichen Ursprungs (z.B. Kupfer). In der Schweiz sind zurzeit 329  Wirkstoffe für Pestizide zugelassen, die keine lebende Organismen enthalten. Davon sind 93 Prozent im biologischen Anbau verboten. 

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