Chemisch-synthetische Pestizide sind in vielen Gewässern, im Grundwasser, in den Böden, in der Nahrung und in Tier und Mensch nachweisbar. Am besten wäre es darum,  gar keine solchen Mittel mehr einzusetzen. Der Biolandbau zeigt Wege auf, wie eine nachhaltige Lebensmittelproduktion möglich ist. 

Bio verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide

Der Biolandbau verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide und setzt stattdessen auf robuste Pflanzensorten, eine Fruchtfolge, die das Krankheitsrisiko tief hält, Lebensräume für Nützlingen, mechanische Unkrautregulierung sowie auf umweltverträgliche Hilfsstoffe gemäss der Betriebsmittelliste des FiBL. Die im Biolandbau verwendeten Methoden und Hilfsstoffe können auch durch konventionelle Landwirte genutzt werden. 

ERrungenschaften von Bio dienen der ganzen Branche

Die laufende Weiterentwicklung des Biolandbaus hat auch positive Auswirkungen auf die konventionelle Landwirtschaft. Auch konventionelle Bäuerinnen und Bauern setzen vermehrt auf biologischen Pflanzenschutz, setzen etwa auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten, regulieren das Unkraut im Acker mechanisch oder mit Jätrobotern (siehe Film unten), oder verwenden Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung. Dabei entstehen auch Partnerschaften, die noch vor Jahren kaum denkbar gewesen wären. So haben der Schweizer Agrarkonzern Fenaco und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau  eine engen Zusammenarbeit beschlossen, um Alternativen zu Kupfer entwickeln und anbieten zu können. Oder der Bund hat eine Pflanzenzüchtungsstrategie erstellt, bei welcher Bio eine wichtige Rolle spielt. Die ersten Projekte konnten 2020 bereits eingereicht werden.

Wo ist Bio besser?

Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und die vielen Massnahmen, die sonst noch mit dem Biolandbau verbunden sind, haben positive Effekte. Es liegt auf der Hand, dass Bio-Lebensmittel kaum Rückstände aufweisen und deswegen bekömmlicher für den Menschen sind. Das zeigt auch eine grosse Meta-Studie für Deutschland, der Thünen-Report. Der von der deutschen Regierung finanzierte Bericht zeigt Vorteile beim Gewässerschutz (weniger Nitrat, keine hoch toxischen Pestizide), bei der Bodenfruchtbarkeit (mehr Regenwürmer, weniger Bodenverdichtung), bei der Biodiversität (deutlich mehr Pflanzen- und Tierarten), beim Klimaschutz (mehr Kohlenstoff im Boden, weniger Lachgas-Emissionen) und bei der Ressourcen-Effizienz (Lebensmittelproduktion pro Einheit eingesetztem Stickstoff und eingesetzter Energie).

Einige dieser Vorteile werden geringer, wenn man sie auf das Kilogramm produzierte Lebensmittel umrechnet. Sie werden grösser, wenn man die Systemgrenzen sehr weit setzt und Verarbeitung und Konsum mit einbezieht. In der Regel liefert der Biolandbau etwas geringere Erträge und benötigt deshalb mehr Land, um die gleiche Anzahl Lebensmittel zu produzieren. Auf lange Sicht gesehen, lassen sich allerdings die hohen Erträge im konventionellen Landbau nicht halten, ohne massive negative Veränderungen in der Bodenstruktur, im Grundwasser, beim Energieverbrauch und bei der Biodiversität. Also bei den Grundlagen der Landwirtschaft. Auch die weltweit begrenzten Phosphor-Ressourcen werden dem intensiven Anbau früher oder später ein Ende setzen. 

Interessante Informationen liefert in diesem Zusammenhang auch der DOK-Versuch. Er ist ein direkter langjähriger Vergleich zwischen der biodynamischen (D), der bioorganischen (O) und der konventionellen (K) Anbauweise (siehe Film unten).

 

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